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Dario Correnti: Kälter als der Tod

Der Mailänder Marco Bersana ist ein Journalist alter Schule. Er weiß nicht nur, welche Schlagzeile eine Geschichte gut verkauft und in welcher Taverne man einen ordentlichen Wein bekommt. Er geht den Dingen mit Leidenschaft auf den Grund, folgt seiner Spürnase wie ein guter Detektiv und nimmt für seine Recherchen auch weite Wege gern in Kauf. Ein persönliches Gespräch ist ihm nach wie vor wichtiger als ein schneller Faktencheck am Handy. Wie ein Profiler glaubt er daran, dass man auch mit den Dingen möglichst in direkten Kontakt kommen muss, um sie zu verstehen. Doch nach Jahrzehnten als legendärer Gerichtsreporter in Norditalien wurde er in einem delikaten Moment von seinem Instinkt im Stich gelassen: Durch eine kurze Affäre mit einer jungen, ehrgeizigen Praktikantin zerstörte er seine Ehe und schädigte nachhaltig seinen Ruf. Seither hat er sich die dicke Haut eines einsamen Wolfs zugelegt, er kämpft mit nachlassender Motivation und sehnt sich nach seiner näher rückenden Pensionierung.

Dann wird am Fuß der Alpen in der Nähe von Bergamo eine junge Frau ermordet aufgefunden. Der Fall wirft Rätsel auf, weil der Leichnam besonders grauenvoll zugerichtet wurde. Bestimmte Anzeichen deuten auf einen Ritualmord hin und das Gerücht von einer satanischen Sekte macht in der erzkatholischen Provinz die Runde. Bersana wittert seine letzte Chance auf eine spektakuläre Geschichte, dennoch er tappt genauso wie die Polizei im Dunkeln, bis ihm ausgerechnet seine aktuelle Praktikantin einen entscheidenden Hinweis gibt.

Ilaria Piatti wird eigentlich keinerlei Chance im harten Tageszeitungsgeschäft eingeräumt. Der Journalistikstudentin fehlt die selbstbewusste Weltläufigkeit Bersanas. Sie wirkt eher verhuscht, über ihren altmodischen Kleidungsstil lacht die halbe Redaktion und besondere IT-Fähigkeiten, mit denen sich sonst jemand aus ihrer Generation der "Digital Natives" …mehr
Autorenporträt
Dario Correnti ist ein Pseudonym, oder besser gesagt, ein Doppel-Pseudonym, hinter dem sich zwei italienische Autoren verbergen. Das Thrillerdebüt »Kälter als der Tod« wurde schon vor seiner Veröffentlichung zur internationalen Sensation und in 15 Länder verkauft.
Interview mit dem Autorenduo hinter dem Pseudonym Dario Correnti

Ihr Thriller schlägt eine Brücke zwischen der Gegenwart und einem Verbrechen, das mehr als 140 Jahre zurückliegt. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Dario Correnti
: Die Idee dazu entstand eher zufällig. An einem Abend im Juli gingen wir zusammen in einem Restaurant am Meer essen. Wir recherchierten gerade für ein ganz anderes Thema, als einer von uns über die Geschichte von Vincenzo Verzeni gestolpert ist, den keiner von uns beiden bis dahin kannte.

Verzeni war ein Serienmörder, der Ende des 19. Jahrhunderts in Norditalien sein Unwesen trieb.

Dario Correnti
: Je mehr wir über diesen Fall herausfanden, umso spannender fanden wir diese Geschichte. Sie ist wahnsinnig aktuell und hat uns gleichzeitig zu den Anfängen der Kriminologie geführt. Immer wieder haben wir während des Essens darüber gesprochen, dass diese Geschichte der perfekte Ausgangspunkt für einen Thriller sein könnte. Das einzige Problem war, dass wir bis dahin noch nie einen Thriller geschrieben hatten und auch keine Ahnung hatten, wie man so ein Projekt beginnt. In diesem Sinne ist unser Pseudonym Dario Correnti ein wahrhaftiger Debütant. Aber nach und nach - es hat fast zwei Jahre gedauert - haben wir unser Ziel erreicht und diesen Thriller fertig geschrieben. Das hatten wir tatsächlich selbst nicht zu glauben gewagt.


Sie haben einen Gerichtsreporter zur Hauptfigur gemacht. Wäre ein normaler Polizeiermittler zu langweilig gewesen?

Dario Correnti
: Nein. Wir kennen uns mit der Polizei nur leider nicht so gut aus. Im Journalismus sind wir beide zu Hause und kennen daher auch die Abläufe gut, obwohl bisher keiner von uns beiden für den Nachrichtenteil zuständig war, der sich mit Unfällen und Verbrechen beschäftigt. Daher war es für uns sehr spannend, diesen Thriller aus der Sicht zweier Journalisten zu schreiben, die nicht unterschiedlicher sein könnten, sich aber trotzdem wunderbar ergänzen. Diese Art der Erzählweise hat es uns gestattet, die Geschichte bestmöglich zu handhaben.

Sie schreiben zu zweit, haben aber ein gemeinsames Pseudonym - warum?

Dario Correnti
: Der Name Dario Correnti existiert nur für uns als Autorenduo, denn jeder von uns legt sehr viel Wert darauf, dass diese Autorenpersönlichkeit nicht unserer beruflichen Reputation in die Quere kommt. Deshalb haben wir uns schon relativ früh Gedanken über ein Pseudonym gemacht.

Ihr Thriller lässt den Verdacht aufkommen, dass Sie bei einer Zeitung arbeiten und dass Sie ein Mann und eine Frau sind ...

Dario Correnti
: Das stimmt, wir sind ein/e Journalist/in und ein/e Autor/in. Es stimmt auch, dass wir ein Mann und eine Frau sind. Wir können noch verraten, dass einer von uns gerade versucht, Deutsch zu lernen, und dass wir beide nicht direkt aus Bergamo kommen, aber zumindest aus Norditalien, also aus der Region, in der unser Thriller spielt.

Wie sieht Ihre Zusammenarbeit konkretaus?Dario Correnti: Wir haben gerade unsere Methode verändert. Zu Beginn unserer Zusammenarbeit hat einer von uns die harten Fakten recherchiert, der andere hat den Plot ausgearbeitet - und dann haben wir die Handlung Stück für Stück gemeinsam zusammengesetzt. Das hat aber nicht so gut funktioniert, weil diese Methode sehr zeitaufwendig ist. Unseren zweiten Thriller, der sich wieder um Marco Bersana und Ilaria Piatti drehen wird, schreiben wir tatsächlich komplett zusammen.

Ihr Thriller gibt einen Einblick in das journalistische Arbeiten, also in einen Berufszweig, der unter großen finanziellen Druck geraten ist. Wünschen Sie sich ganz nostalgisch die "guten alten Zeiten" zurück?

Dario Correnti
: Der traditionelle Journalismus durchlebt gerade dunkle Zeiten. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht immer noch junge, ambitionierte Journalist(inn)en gibt oder dass die Zeitungen nicht wieder einen Aufschwung erleben können, wie es das Zeitungswesen zum Beispiel erfolgreich in den Vereinigten Staaten geschafft hat. Das lässt uns tatsächlich hoffen. Wir sind nicht nostalgisch. Im Gegenteil: Unser Thriller zeigt, dass die "gute alte Zeit" auch schlechte Seiten hatte.

Interview: Literaturtest, 2018